Die Preise, die im Rahmen des „Internationalen Medienfestival
Villingen-Schwenningen“ vergeben werden, das 2007 zum vierten
Mal stattfinden wird, sind vom Künstler Frank Rawer geschaffene
Kleinplastiken mit dem Titel „Blue Genius“. Die Namensgebung
folgt nicht etwa der gängigen Tendenz, die Muttersprache stiefväterlich
zu behandeln, sondern hat damit zu tun, dass es sich um ein
Festival mit internationaler Beteiligung handelt, und besonders,
weil die Doppelbedeutung von „blue“ im Deutschen nicht so
kurz wiederzugeben ist.
Das Blau, ein Beitrag der Festivalorganisatoren, ist die Grund-
und Erkennungsfarbe des Festivals, kenntlich vor allem am
Logo des „Blauen Auges“, ohne das man dort nicht davon kommt.
Blau ist ja hierzulande auch die Farbe der Spiritualität,
der Nachdenklichkeit (immer angebracht), der Treue (zum Festival?)
und des Geheimnisvollen (nicht weitersagen!), sowie des Firmaments,
der Ferne – das „Medium der Wahrheit“. Die blaue Lilie Mariens
blüht ebenso wie die botanisch durchaus verschiedene „Blaue
Blume“ der Romantik.
Die andere Seite des Blaus ist der Blues. Von einem Genie
erwarten wir ja überdurchschnittliche intellektuelle Fähigkeiten,
demnach auch kritisches Bewusstsein – und wer das hat, ist
notwendigerweise auch mit einer gewissen Melancholie behaftet!
Der „genius“ als Begabung, als schöpferischer Geist, war ursprünglich
– wie im Begriff des „genius loci“ noch erkennbar – ein „Schutzgeist“.
(Im Christentum durch den Schutzengel ersetzt!). „Blue Genius“
ist beides: lokaler Schutzgeist (lat. auch: Gastgeber) und
„award“ für die Originalität der Ausgezeichneten. Sein Lächeln
ist mehr freundlich als melancholisch, aber (wie beim Künstler
zu erwarten) nicht ohne ironischen Beiklang. Die Kopfform
(amerika.: „egg head“) weist auf Intellektualität hin. Wenn
auch ohne Augen, hat Blue Genius doch den vollen Durchblick.
Ein begleitendes Dia als älterer, aber optisch prägnanter
Medienrepräsentant kennzeichnet den Preis. Gewicht erhält
die Kleinplastik schließlich dadurch, dass sie auf solidem
(Granit-)Boden ruht.
Die Gewinner erhalten neben dem MedienAward folgende Auszeichnungen:
Kategorie Profi 1500,00 €
Kategorie Amateur 1500,00 €
Kategorie Ausbildung 1500,00 €
Publikumspreis 500,00 €
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