
| Die Preise, die im Rahmen des „Internationalen Medienfestival Villingen-Schwenningen“ vergeben werden, das 2005 zum dritten Mal stattfinden wird, sind vom Künstler Frank Rawer geschaffene Kleinplastiken mit dem Titel „Blue Genius“. Die Namensgebung folgt nicht etwa der gängigen Tendenz, die Muttersprache stiefväterlich zu behandeln, sondern hat damit zu tun, dass es sich erstens um ein Festival mit internationaler Beteiligung handelt, und besonders, weil die Doppelbedeutung von „blue“ im Deutschen nicht so kurz wiederzugeben ist. | |||
| Das Blau, ein Beitrag der Festivalorganisatoren,
ist die Grund- und Erkennungsfarbe des Festivals, kenntlich vor
allem am Logo des „Blauen Auges“, ohne das man dort
nicht davon kommt. Blau ist ja hierzulande auch die Farbe der
Spiritualität, der Nachdenklichkeit (immer angebracht), der
Treue (zum Festival?) und des Geheimnisvollen (nicht weitersagen!),
sowie des Firmaments, der Ferne – das „Medium der
Wahrheit“. Die blaue Lilie Mariens blüht ebenso wie
die botanisch durchaus verschiedene „Blaue Blume“
der Romantik. Die andere Seite des Blaus ist der Blues. Von einem Genie erwarten wir ja überdurchschnittliche intellektuelle Fähigkeiten, demnach auch kritisches Bewusstsein – und wer das hat, ist notwendigerweise auch mit einer gewissen Melancholie behaftet! |
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| Der „genius“ als Begabung, als schöpferischer
Geist, war ursprünglich – wie im Begriff des „genius
loci“ noch erkennbar – ein „Schutzgeist“.
(Im Christentum durch den Schutzengel ersetzt!). „Blue Genius“
ist beides: lokaler Schutzgeist (lat. auch: Gastgeber) und „award“
für die Originalität der Ausgezeichneten. Sein Lächeln
ist mehr freundlich als melancholisch, aber (wie beim Künstler
zu erwarten) nicht ohne ironischen Beiklang. Die Kopfform (amerika.:
„egg head“) weist auf Intellektualität hin. Wenn
auch ohne Augen, hat Blue Genius doch den vollen Durchblick. Ein
begleitendes Dia als älterer, aber optisch prägnanter
Medienrepräsentant kennzeichnet den Preis. Gewicht erhält
die Kleinplastik schließlich dadurch, dass sie auf solidem
(Granit-)Boden ruht.
Die Gewinner erhalten neben dem MedienAward folgende Auszeichnungen: |
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| 1. Preis 2. Preis 3. Preis Nachwuchförderpreis Publikumspreis |
2500 € 1500 € 1000 € 750 € 500 € |
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