Mehr Quantität, höhere Qualität
Viel größere internationale Beteiligung / Der Abenteurer Rüdiger Nehberg erzählt seine
Lebensgeschichte
Schwerstarbeit für die Jury: 500 Videokassetten mussten angeschaut werden. Doch jetzt stehen die
Teilnehmer fürs Medienfestival vom 4. bis 6. April fest. Über 50 Beiträge haben die Juroren
schließlich ausgesucht.
Villingen-Schwenningen.
Michael Hoyer, der Macher des Festivals, ist überrascht von der Qualität der Einsendungen. Unter den
Teilnehmern ist auch ein Film mit dem Titel "Das Rad". Die Computeranimation von Georg Gruber wurde
sogar für den Oscar nominiert. Hoyer betont, dass für das zweite Medienfestival in der Villinger
Tonhalle nicht nur neue Werke zugelassen sind. "Wir haben auch Sachen, die schon steinalt sind", sagt
Hoyer. Beispiel: Eine Dia-Schau von 1973, die sich mit "Flaschen" beschäftigt und damit ausdrücklich
auch Politiker meint. Obwohl die Dia-Schau schon 30 Jahre auf dem Buckel hat, ist sie für die
Festivalmacher gerade heute wieder hochaktuell.
Hoch erfreut ist Michael Hoyer auch über das große Interesse am Festival. Waren es im Jahr 20001 bei
der ersten Veranstaltung noch 232 Bewerber, so hat sich diese Zahl mehr als verdoppelt. Da zahle sich
die viel stärkere Werbung aus. So haben sich die Organisatoren bei der Fachmesse Photokina in Köln
acht Tage lang mit einem eigenen Stand präsentiert. Und die von Thomas Frank gestalteten Internetseiten
haben dafür gesorgt, dass sich weit mehr Teilnehmer aus dem Ausland gemeldet haben. Viel Einsendungen
kommen aus England, Dänemark, Spanien und selbst der Ukraine. Hervorstechend beim künstlerischen
Potenzial sind wieder die Arbeiten von Hochschulen. So ist unter den ausgewählten Beiträgen die
Medienakademie siebenmal vertreten.
Noch höher als beim letzten Mal ist auch die technische Ausstattung der Veranstaltung: die Firma
Panasonic stellt modernste Geräte zur Verfügung und von AZB in Schwenningen kommt ein leistungsfähiger
Datenprojektor. "Die Grenzen zwischen analoger und digitaler Projektion verschieben sich immer mehr",
beschreibt Michael Hoyer die Entwicklung im Kinobereich.
Neben den vier Showblöcken, wo die Beiträge der Wettbewerbsteilnehmer präsentiert werden, gibt es
auch wieder ein hochkarätiges Rahmenprogramm und Fortbildungsveranstaltungen. Die Seminare am
Samstagvormittag wenden sich an "engagierte Amateure. Es geht um die Kunst der Momentaufnahme beim
Fotografieren. "Catch the moment" heißt das Seminar mit dem Villinger Fotografen Thomas Herzog-Singer.
Weitere Seminare beschäftigen sich mit Mediendramaturgie und Tönen.
"Tell a Story" ist auch in diesem Jahr wieder das Motto des Festivals. Und dies hat Michael Hoyer
bewogen, den Überlebensexperten Rüdiger Nehberg nach Villingen einzuladen. "Sir Vival", wie sich der
Abenteurer, Fotograf und Buchautor nennt, ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. "Tell a Story" - es
gibt wohl niemanden in Deutschland, auf den das mehr zutrifft, als auf Nehberg", sagt Hoyer. Am
Sonntag, 6. April, wird der ehemalige Konditor aus Hamburg in einer 90-minütigen Dia-Reportage die
Geschichte seines Lebens erzählen.
Die Veranstalter rechnen wieder mit großem Interesse für ihr Medienfestival. Sie freuen sich auch, dass
der neue Oberbürgermeister, Dr. Rupert Kubon, sich im Gegensatz zu seinem Vorgänger für das
Medienfestival engagieren will. Und auch bei den Besucherzahlen rechnet man mit einer deutlichen
Steigerung. Vor zwei Jahren kamen 2800 Zuschauer. "Für dieses Mal streben wir 4000 an", meint Hoyer.
So, wie schon jetzt der Kartenabsatz im Vorverkauf läuft, sind die Veranstalter zuversichtlich. (bm)
INFOBRIEF Das Ticket für Showblöcke (Festivalpass) kostet 22 Euro. Der Vortrag
Rüdiger Nehberg kostet acht Euro, die Bühneshow "Stage TV" 17 Euro. Kartenbestellungen über
Internet: www.medienfestival.net oder Servicetelefon: 0 77 22 / 96 99 48.
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